Der Boden

Die Erde im Garten soll lebendig und gesund sein und eine krümelige, tiefgründig lockere Struktur aufweisen. Wasser, Luft und Nährstoffe müssen für die Pflanzen während ihres gesamten Wachstums bereitstehen. Für all diese Funktionen des Bodens ist ein hoher Humusgehalt unentbehrlich. Durch die Zier- und Nutzpflanzen und das Bearbeiten des Bodens wird ständig Humus abgebaut.

Einige Gärten weisen darüber hinaus nicht soviel Humus im Boden auf, wie es für bestes Pflanzen- wachstum nötig wäre. Aus diesen Gründen ist eine gezielte Zufuhr organischer Substanz in den Garten so wichtig. Manche Böden im Hausgarten sind zu schwer, klumpig und unbelebt oder können wegen zu hohem Sandgehalt nicht genug Wasser und Nährstoffe speichern. Durch Bodenverbesserung kann das zwar nicht in ein paar Tagen, wohl aber über einen etwas längeren Zeitraum geändert werden.

Was ist Bodenverbesserung?

Mit der Bodenverbesserung soll eine möglichst große Wasserhaltekraft des Bodens mit einer guten Durchlüftung erreicht werden. Dadurch wird das Bodenleben gefördert und die Pflanzen gedeihen besser.Schwerer Boden hält zuviel Wasser, ist kalt, nährstoffreich, hat wenig Luft und Humus. Leichter Boden hält sehr wenig Wasser, ist warm, enthält viel Luft, Nährstoffe werden schnell ausgewaschen.

Ein Bodenverbesserungsmittel sollte eine stabile Struktur aufweisen, um eine lang anhaltende positive Wirkung im Boden zu erzielen. Durch die gute Bodenstruktur und den pH-Wert wird die Aktivität von Bodenlebewesen wie Bakterien und Würmern gefördert. Damit wird ebenfalls die Freisetzung von Nährstoffen unterstützt. Aus diesem Grund sollte der pH-Wert in einem neutralen bis alkalischen Bereich, also bei etwa pH 6 bis pH 8 liegen. Wichtig ist weiterhin, daß die Nährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander und in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Wie verbessere ich meinen Boden?

Schwerer Boden braucht vor allem Luft. Die feste klebrige Struktur muss aufgelockert und am erneuten “verkleben” gehindert werden, damit die Pflanzenwurzeln genug Luft bekommen und nicht ersticken. Ausserdem hat schwerer Boden oft nur wenig oder kein Bodenleben – auch Bodenlebewesen brauchen Luft zum atmen. Durch einarbeiten von Sand, Kies oder Blähton wird die Struktur gelockert, Kompost verbessert den Humusgehalt und fördert das Bodenleben.

Leichter, sandiger Boden braucht die Fähigkeit Wasser und Nährstoffe zu halten, die sonst einfach nur “durchsickern”. Das einarbeiten von Tongranulaten und Torfersatzstoffen verbessert die Wasserhaltefähigkeit, guter feiner Kompost verbessert die Nährstoffverfügbarkeit.

Was ist mit Torf?

Torf ist ein knapper, ökologisch wertvoller und daher schützenswerter Rohstoff. Torf wird aus entwässerten Hochmoorflächen gewonnen und bietet zudem nur wenigen Bodenlebewesen einen Lebensraum und besitzt daher nur eine geringe biologische Aktivität. Auch die verbessernde Wirkung auf die Bodenstruktur ist nur von kurzer Dauer. Die Verwendung von Torf zur Bodenverbesserung im Garten ist daher aus fachlicher Sicht und aus Gesichtpunkten der Umwelterhaltung nicht empfehlenswert, da er keine Düngewirkung und nur eine geringe Bodenverbesserungskraft besitzt.

Torfersatzstoffe: Gartenkompost, Grüngut- und Bioabfallkomposte, Rindenhumus, Holzfasern

Torf bildet sich über den Zeitraum von vielen Jahrhunderten aus der hochmoortypischen Vegetation mit Torfmoos, Wollgras und Sonnentau. Er wächst nur sehr langsam nach – nur etwa 1 mm pro Jahr! Hochmoore sind Lebensraum für viele vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Private Gartenbesitzer verbrauchen jährlich etwa 20% des gesamten deutschen Torfabbaus, obwohl Torf als Bodenverbesserungsmittel vollständig ersetzbar ist.

Torfersatzstoffe

  • Gartenkompost: pflanzliche Abfallprodukte aus Garten und Haushalt
  • Grün- und Bioabfallkomposte: großtechnisch kompostierte Garten- und Küchenabfälle
  • Rindenhumus: zerkleinerte, nach Größe getrennte und kompostierte Rinde
  • Holzfasern: mechanisch-thermisch aufgefaserte Sägeholzreste
Eigenschaften Torf Kompost Rindenhumus Holzfaser
anhaltende Strukturverbesserung mittel gut gut gering bis mittel
pH-Wert niedrig hoch mittel bis hoch mittel
Nährstoffgehalt sehr gering hoch bis sehr hoch mittel gering bis mittel
biologische Aktivität sehr gering sehr hoch hoch gering

Bodenverbesserung durch Gründüngerpflanzen

Unter Gründüngung versteht man das Einarbeiten eines Pflanzenbestandes in den Boden, der eigens hierfür ausgesät wurde. Die positive Wirkung der Gründüngung erstreckt sich jedoch nicht nur auf die Humusanreicherung und Nährstoffzuführung nach der Einarbeitung in den Boden, sondern sie fördert bereits als Pflanzenbestand nachhaltig doe Fruchtbarkeit des Bodens. Zur Gründüngung sind alle Pflanzen geeignet, die schnell viel Blattmasse und ein kräftiges Wurzelsystem bilden. Besonders gut geeignet sind Leguminosen (Famlile der Schmetterlingsblütler). wie z.B. Lupinen und Klee, die den Boden zusätzlich mit Stickstoff aus der Luft versorgen.

Die Bodenorganismen werden in ihrer Tätigkeit angeregt, es entsteht Humus, der Nährstoffe an sich bindet und sie so vor Auswaschung schützt. Die Wasserversorgung der Böden wird verbessert. Leichte Böden sind in der Lage mehr Wasser zu speichern, schwere Böden werden durchlässiger. Der Boden ist beschattet, bei Niederschlägen verschlämmt er nicht so stark, und die Erosionsgefahr wird verringert.

Gründüngung ist im eigentlichen Sinne keine Düngeform, sondern eine gute Möglichkeit der Bodenverbesserung. Auch bei der Gründüngung sollte immer darauf geachtet werden, dass Pflanzen aus derselben Familie nicht hintereinander an derselben Stelle angebaut werden (zum Beispiel Sonnen- oder Ringelblumen nicht vor oder nach Salaten). Beim Abbau der organischen Substanz werden Stoffe frei, die die Pflanzengesundheit positiv, aber auch negativ beeinflussen können.

Beispiele für Gründüngungspflanzen

Pflanze Aussaat Kulturdauer Bemerkung
Alexandrinerklee März – September 8 Wochen nicht vor Erbsen oder Bohnen, Stickstoffsammler, winterhart
Erbsen März – Oktober 10 Wochen nicht vor Erbsen oder Bohnen, Stickstoffsammler, nicht winterhart
Lupine April – September 10 Wochen sehr guter Stickstoffsammler, gut geeignet zur tiefen Bodenlockerung, nicht winterhart
Luzerne März – Oktober 10 Wochen Stickstoffsammler, gut geeignet zur tiefen Bodenlockerung, nicht winterhart
Phacelia März – September 9 Wochen Tiefwurzler, gute Bienenweide, viel Blattmasse
Raps April – September 9 Wochen gute Futterpflanze, winterhart, nicht vor Kohlgewächsen
Senf März – Oktober 8 Wochen lockert gut den Boden, wächst schnell, viel Grünmasse, nicht vor Kohlgewächsen
Serradella April – September 10 Wochen Stickstoffsammler, gut für leichte Böden geeignet, wenig empfindlich gegen Trockenheit, nicht winterhart
Sommerwicke bis Mitte August 6 – 8 Wochen Stickstoffsammler
Sonnenblume April – September 9 Wochen entwickelt sehr viel Grünmasse, auch für trockene Standorte geeignet
Weissklee/Rotklee März – September 9 Wochen Stickstoffsammler, gute Bienenweide, gut für schwere Böden geeignet, gute Durchwurzelung, winterhart
Winterraps bis Mitte Oktober bis Frühjahr Kreuzblütler – nicht vor Kohlarten!
Winterroggen September – Oktober bis Frühjahr winterhart, gute Durchwurzlung des Bodens
Zottelwicke bis Mitte Oktober bis Frühjahr Stickstoffsammler

Einarbeitung der Gründüngung

Sehr wichtig ist die richtige Einarbeitung der Gründüngungspflanzen. Soweit sie nicht über Winter abgestorben sind, werden sie zunächst abgemäht und zerkleinert (Rasenmäher), blühende Pflanzen unter Umständen vor der Blüte, um unerwünschten Samenflug und -verbreitung zu vermeiden. Die Grünmasse muss nun einige Tage antrocknen, bevor sie eingemischt werden kann. Das ist besonders wichtig, weil frische Grünmasse unter Luftabschluss im Boden fault und es zu einer Sperre für Wasser und Luft im Boden kommt.

Nach dem Abwelken wird die Grünmasse in die oberste Bodenschicht eingearbeitet. Im Hausgarten ist dies aber oft sehr schwierig. Einfacher ist es in diesem Fall, die oberirdischen Pflanzenteile vom Beet zu entfernen und sie auf den Komposthaufen zu geben. Dadurch wird die positive Wirkung der Gründüngung nicht wesentlich vermindert, weil die Wurzelmasse im Boden verbleibt und die Blattmasse später in Form von Kompost auf die Beete zurückgelangt.

Es geht auch umgekehrt: Die Grünmasse wird abgemäht, die Wurzeln entfernt und kompostiert und die Blattmasse eingearbeitet. Gute Erfahrungen haben wir mit einem Gartenhäcksler gemacht (oft kann man solche Häcksler in einem Gartenmarkt mieten oder bei einem Nachbarn leihen) – die Pflanzen wurden ausgerissen und komplett zerkleinert, die angetrockneten Häcksel dann wieder eingearbeitet.